Meine 23. Cyclassics

Im August 2026 bin ich nach einem Jahr Pause wieder bei den Cyclassics an den Start gegangen. Das ist Nordeuropas größtes Radrennen. Ich bin bereits 22 Mal mitgefahren, das erste Mal 1998, letztes Jahr konnte ich wegen meinem Sommerurlaub nicht starten.
Die Strecke, die in diesem Jahr gefahren wurde, war für mich in Teilen neu. Los ging es in der Hamburger HafenCity, ich würde glatt behaupten, meinem Lieblingsstadtteil in Hamburg. Von dort erfolgte zunächst das Einfahren, was etwas eng war, weil es immer wieder scharfe Kurven und durch Baustellen Fahrbahnverengung gab. In einem so dichten Feld war das teilweise etwas eng, ging aber bei mir alles gut, eben auch, weil alle wussten: Die Zeit zählt hier noch nicht. Das Rennen wurde dann im Hamburger Hafen gestartet, wobei ich gar nicht genau mitgekommen habe, wo es losgehen sollte, weshalb ich meine Timer wohl etwas zu spät gedrückt habe. War vermutlich auch so geplant, damit es nicht hektischen Beschleunigungsmomenten im Feld kommt.
Zunächst ging es die Köhlbrandbrücke hoch und dann im Alten Land durch die Obstbaumplantagen. Das war eine schöne Strecke, auch wenn die ein oder andere Kurve bei unserem hohen Tempo teilweise fast etwas eng war. Das Tempo war bis etwa Kilometer 30 sehr hoch, ich hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 42 km/h. Ich glaube, das hatte ich bisher noch nie.
Etwa ab Kilometer 40 wurde es dann etwas mühsamer, die Gruppe löste sich in Teilen auf, ich musste auch mal etwas im Wind fahren. Leider kam es immer wieder zu kleineren Stürze, was für die Betroffenen teilweise offenbar sehr schmerzhaft war. Einmal bin auch ich zur Sicherheit schon in den Grünstreifen ausgewichen, weil das gesamte Feld so hart bremste. Bei Rosengarten gab es eine lange Steigung, die uns alle viel Kraft kostete. Von hier an war ich bis zur zweiten Überfahrt über die Köhlbrandbrücke in einer Konstanten Gruppe unterwegs, die jetzt aber eher unter 40 km/h unterwegs war.
An der Köhlbrandbrücke hatte ich noch genügend Kraft, um einige Fahrer zu überholen. Dafür bin ich auf den Abfahrten immer etwas verhaltener als andere: 65 km/h haben mir da in der Spitze gereicht und ich brauchte danach ein paar Kilometer durch den Hafen, ehe ich wieder eine größere Gruppe fand. Mit der ging es dann zurück in die Hamburger City. Auf der Zufahrt zum Hauptbahnhof stand mein Vater am Streckenrand, danach ging es noch um die Alster in die Mönckebergstraße, wo schon viele Zuschauer waren und uns angefeuert haben. Das ist jedes Jahr aufs Neue ein tolles Gefühl!
Offiziell mit 2:41:30 Stunden erreichte ich nach 107,3 Kilometern den Zielstrich und habe damit den 40er-Schnitt nicht ganz halten können: 39,87 km/h. Schade, dass hätte ich natürlich gerne geschafft, aber zufrieden bin ich trotzdem. Anschließend gab es die übliche Erstversorgung mit Obst und Getränken. Das ist immer etwas chaotisch, bei über zwölftausend Radfahrer*innen.
Danach habe ich noch etwas die Radrennstimmung in der City aufgezogen, andere Radfahrer*innen angefeuert und mich langsam wieder etwas erholt. Das Wetter hat auch perfekt mitgespielt, ein gelungener Sonntag!
